Nachhaltigkeit – mehr als ein Modewort

Willy Brandt

Nachhaltigkeit – mehr als ein Modewort

Willy Brandt als Wegbereiter
Vor 30 Jahren erschien der „Brandt-Report“

Der 1980 vorgelegte Bericht der Nord-Süd-Kommission der Vereinten Nationen mit dem deutschen Titel: „Das Überleben sichern. Gemeinsame Interessen der Industrie -und Entwicklungsländer“ gilt bis heute als einer der wichtigen Meilensteine auf dem Weg zum modernen Nachhaltigkeitsverständnis.
Willy Brandt schrieb damals: „Unser Bericht gründet sich auf das wohl einfachste gemeinsame Interesse: Dass die Menschheit überleben will und – wie man hinzufügen könnte – auch die moralische Pflicht zum Überleben hat. Dies wirft nicht nur die klassischen Fragen nach Krieg und Frieden auf, sondern schließt auch ein, wie man den Hunger in der Welt besiegt, wie man das Massenelend überwindet und die herausfordernden Ungleichheiten in den Lebensbedingungen zwischen Reichen und Armen. Auf einen einfachen Nenner gebracht: Dieser Bericht handelt vom Frieden."

Und mit der Gründung der UN-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung 1983 war endgültig deutlich geworden, dass die Erhaltung der Umwelt eine Überlebensfrage für alle Menschen ist. Die von der damaligen norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland geleitete Kommission betonte, dass Umweltschutz und Wirtschaftswachstum gemeinsam angegangen werden müssen. Aus dem Brundtland-Bericht von 1987 stammt auch die bis heute bekannteste Definition: „Nachhaltige Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der gegenwärtigen Generationen befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“

Auf dem Gipfel von Rio de Janeiro 1992 einigten sich 178 Staaten mit der Agenda 21 auf ein gemeinsames politisches Leitbild der Menschheit für das 21. Jahrhundert: Das Prinzip der Nachhaltigkeit soll den Ausgleich zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Interessen suchen, ohne die globale Verantwortung und die Vorsorge für nachfolgende Generationen zu vernachlässigen; nachhaltige Entwicklung schont die Natur; erhöht die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft und sichert sie für die Zukunft; ist gerecht und trägt dazu bei, dass alle Menschen friedlich zusammen leben.

Dieses Leitbild gilt auf allen politischen Ebenen. Auch für die Hansestadt Lüneburg gilt daher das Motto „global denken – lokal handeln“, denn nur so sichern wir die ökologische Zukunftsfähigkeit, eine tragfähige ökonomische Entwicklung und die soziale Gerechtigkeit.


Nachhaltigkeit – kinderleicht
www.hanisauland.de – eine Internetseite auch für Erwachsene

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat ein eigenes Internet-Portal speziell für Kinder entwickelt: Comics, Bücher, Filme, Spiele und vieles mehr. Und ein Lexikon, das auch für Wissende eine Fundgrube ist.
Der Begriff „Nachhaltigkeit“ stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft des 17. Jahrhunderts. Er bedeutet, dass man nicht mehr ernten soll, als in der Natur nachwachsen kann. Am Mittelmeer zum Beispiel sind ganze Regionen ohne Wald, weil man in den letzten 2000 Jahren das Holz zum Schiffsbau und zum Heizen völlig verbraucht hat. Der Regen hat dann den ungeschützten Waldboden weggeschwemmt und nur noch Felsen hinterlassen, auf denen man nichts mehr anpflanzen kann.
Heutzutage versteht man unter Nachhaltigkeit, dass auf die nachfolgenden Generationen, also auf unsere Nachkommen, mehr Rücksicht genommen wird. Auch sie brauchen Rohstoffe und Bodenschätze wie zum Beispiel Holz, Wasser, Erdöl, Kohle. Es gilt also immer noch der Leitsatz, dass wir nicht mehr ernten dürfen, als nachwachsen kann. Aber wir müssen auch dafür sorgen, dass unsere Umwelt nicht durch Fabrikabgase, Schmutzwasser oder Gifte geschädigt wird. Denn kranke Bäume zum Beispiel wachsen nicht so gut wie gesunde oder sterben ganz ab. Mittlerweile treffen sich Politiker aus der ganzen Welt, um zu beraten, wie man die Natur am besten schützen kann, damit die Lebensgrundlage für uns und unsere Nachkommen erhalten bleibt. Auch jeder von uns ist zum Mittun aufgerufen. Die UNO hat die Jahre 2005-2014 deshalb zum Jahrzehnt der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgerufen.
http://www.hanisauland.de/lexikon/n/nachhaltigkeit.html