Die Hoffnung bleibt - Schlecker Insolvenz in Lüneburg

„Wir hoffen, dass möglichst viele Schleckerfilialen die Insolvenz überleben und unsere Arbeitsplätze erhalten bleiben“, das sagte in einem Gespräch die Vorsitzende des Betriebsrates der Schleckerfilialen in der Lüneburger Region Yvonne Klug den Vertretern der SPD-Stadtratsfraktion Eugen Srugis (wirtschaftspolitischer Sprecher und stellvertretender Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses) sowie Klaus-Dieter Salewski (Mitglied des Wirtschaftsausschusses). Die SPD-Stadtratsfraktion hatte um dieses Gespräch gebeten, an dem auch Sandra Schmidt von ver.di (Fachbereich Handel im Bezirk Lüneburger Heide) und Manuela Liekefeld (Betriebsratsmitglied) teilnahmen. „Wir wollten einmal hören, wie die Stimmung vor Ort ist, ob es neuere Entwicklungen gibt und wie wir hier helfen können“, sagte Srugis. Manuela Liekefeld erklärte, dass bereits in den letzten drei Monaten drei Schleckerfilialen in Lüneburg zugemacht haben, so dass in der Stadt noch zwei übrig geblieben sind, die nach ihrer Einschätzung aber so profitabel sind, dass diese überlebensfähig sind. Sandra Schmidt ging auf den augenblicklichen Stand des Verfahrens ein: „Sehr positiv ist, dass der Gesamtbetriebsrat und auch ver.di in das Insolvenzverfahren eingebunden werden. Das hat der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz signalisiert. Außerdem wird ver.di dem Gläubigerausschuss angehören und so in der Lage sein, die Belange der Beschäftigten besser zu vertreten. Es scheint jetzt schon festzustehen, dass die Tarifbindung, die andere Drogerie-Filialisten nicht haben, bestehen bleibt. Eventuell muss jedoch ein Sanierungstarifvertrag geschlossen werden, zu dem wir grundsätzlich ja sagen.“ Angenehm überrascht zeigten sich Srugis und Salewski, im Beruf 1. Bevollmächtigter der IG-Metall in Lüneburg, darüber, dass die beiden Betriebsratsvertreterinnen die guten Arbeitsbedingungen, zu denen nicht nur die Bezahlung gehört, bei Schlecker lobten. „Wir haben alle eine hohe Motivation und seitdem die Warenlieferungen wieder aufgenommen wurden, laufen die beiden Läden wirklich gut. Wir arbeiten gerne bei Schlecker und hoffen wie unsere Kolleginnen, dass der Betrieb hier fortgeführt werden kann.“, sagte Yvonne Klug. „Das alte

Negativ-Image bezüglich der Arbeitsverhältnisse hat schon lange nichts mehr mit der Realität zu tun, das sieht man schon an der Tarifbindung. Wir haben als Betriebsräte im Zusammenwirken mit ver.di schon viel erreicht“, ergänzt Manuela Liekefeld. „Wir glauben, dass es lohnt, sich für die Schleckerfilialen und damit für die Arbeitsplätze vor Ort
einzusetzen. Auch wenn die Politik in Insolvenzverfahren kaum eingreifen kann, unterstützen wir die Beschäftigten gern in ihrem Kampf um die Arbeitsplätze. Sie haben unsere volle Solidarität“, sagten übereinstimmend Salewski und Srugis.