Stellungnahme zum Entwurf der Stadtklima-Analyse

 
 

entsprechend der Verabredung aus dem Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung nehmen wir wie folgt Stellung zum Entwurf der Stadtklima-Analyse. (Stand 8. August 2018):

Die Folgen des Klimawandels sind unübersehbar. Eine dieser Folgen, die uns alle betrifft, ist, dass es in Zukunft mehr extreme Wetterlagen geben wird. Neben starken Niederschlägen wird es auch häufiger sehr heiße Sommer mit starken Auswirkungen vor allem auch auf Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner geben.

 

Die sog. austauscharmen Strahlungswetterlagen werden häufiger als in der Vergangenheit auch das Leben der Lüneburgerinnen und Lüneburger beeinflussen.

Wir müssen deshalb frühzeitig, vorausschauend und im Idealfall bereits präventiv den Folgen des Klimawandels in der Hansestadt begegnen und ihnen dort, wo sie bereits sichtbar sind, entgegenwirken. Bei der Vorstellung der Stadtklimaanalyse wurde festgestellt, dass die klimatischen Verhältnisse in Lüneburg im Vergleich zu anderen Städten relativ gut sind. Es gilt diese Situation zu bewahren, und wo möglich zu verbessern.

Für die Stadtratsfraktion der SPD steht fest, dass der lokale Klimaschutz kein Luxus sein darf und deshalb bei künftigen Entscheidungen auch auf die klimatischen Verhältnisse in der Hansestadt geachtet werden muss. Die Stadtklimaanalyse stellt für die Fraktion der SPD eine wichtige Entscheidungshilfe für die zukünftige Stadtentwicklung dar. Sie ist jedoch hierfür keinesfalls die alleinige Entscheidungsgrundlage. Als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten leitet unsere Entscheidungen zugleich das Prinzip der sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung. Nur durch weitere Bebauung können die dringend erforderlichen, bezahlbaren Wohnungen in Lüneburg geschaffen werden.

Im Rahmen der Bauleitplanung ist zukünftig eine Abwägung zu treffen, die die klimatischen Auswirkungen einer Baumaßnahme berücksichtigt. Insbesondere müssen die vom Klimagutachten vorgeschlagenen lokalen Maßnahmen Eingang in die Bauleitplanung finden. Schon kleine Maßnahmen können durchaus wirkungsvoll sein.  So können durch Entsiegelung auch von kleinen Flächen und die Begrünung von Innenhöfen vielfach positive Effekte erzielt werden.

Gleiches gilt für die Beschattung von Parkplätzen und Gebäuden (z.B. durch große Bäume). Gut vorstellbar ist für uns auch die Schaffung von Wasserflächen im öffentlichen Raum.

Hierdurch können viele negative Auswirkungen zumindest stark gemildert werden. Ggf. kann hierbei auch eine besondere Berücksichtigung bei der Auswahl der Baumaterialien sinnvoll sein, die Wärmebelastungen vermeiden können.

Ziel muss dabei jedoch immer sein, klimaverträglich zu bauen, ohne Baukosten so stark anwachsen zu lassen, dass bezahlbarer Wohnraum nicht mehr entstehen kann. Eine massive Nachverdichtung betrachten wir dagegen kritisch, ohne diese gänzlich auszuschließen. Der Gutachter hat bei der Vorstellung des Entwurfs am 27.08.2018 ausdrücklich darauf hingewiesen, dass hierbei sehr vorsichtig vorgegangen werden müsse, um negative Auswirkungen auf die Klimasituation zu verhindern.

Besonderes Augenmerk ist auf Standorte für soziale Einrichtungen wie Seniorenheime/-wohnungen, Schulen, Kindertagesstätten etc. zu legen. Insbesondere dort sehen wir eine Verantwortung, junge wie alte Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner vor direkten oder indirekten Klimafolgen zu schützen. Gerade hierbei hilft das Klimagutachten künftig, falsche Standortentscheidungen, und somit auch Belastungen für die Bewohnerinnen und Bewohner bzw. Nutzerinnen und Nutzer dieser Einrichtungen zu vermeiden.

Abschließend eine Empfehlung unsererseits zur Methodik: Der Entwurf der Stadtklimaanalyse basiert auf Klima- bzw. Wetterdaten, die bis zum Jahr 2010 erhoben wurden. Aus unserer Sicht ist es erforderlich, die Analyse mit aktuelleren Daten fortzuschreiben, um die Datengrundlage für alle zukünftigen Entscheidungen kontinuierlich zu erweitern und sichere Prognosen für die kommenden Jahre zu ermöglichen.

 

 


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